Kurze Geschichte des elektrischen Stroms

Als Thomas Alva Edison und George Westinghouse sich Ende des 19. Jahrhunderts darüber stritten, ob zur Übertragung von elektrischer Energie besser Wechselstrom oder Gleichstrom geeignet sei, konnten sie nicht ahnen, dass eine kombinierte Lösung existieren wird. Doch beginnen wir am Anfang. Strom machte sich der Mensch schon in der Antike zunutze. Mit Weinessig gefüllte Batterien ermöglichten schon damals die Nutzung von Taschenlampen und MP3-Playern*. So richtig nützlich wurde elektrischer Strom aber erst durch eine Entdeckung Werner von Siemens. Als dieser 1866 das dynamoelektrische Prinzip entdeckte, wurde die professionelle Stromerzeugung um einiges leichter. Vielen (mir auch) ist nicht bekannt, dass genau dieses Prinzip im Fahrraddynamo genutzt wird und das es nicht bedeutet, dass eine Spule in Magneten gedreht wird. Vielmehr bedeutet es, dass im Dynamo, die eher schwachen Magneten durch ein elektromagnetisches Feld verstärkt werden. Das unterscheidet ihn auch vom Generator. Zu Zeiten von Edison und Westinghouse wurde elektrischer Strom vor allem in Glühlampen und elektrischen Stühlen verbraucht. Dafür musste man den Strom nicht weit transportieren, aber als immer mehr sinnlose Geräte mit Steckern erfunden wurden, konnte man nicht in jede kleine Stadt ein Kraftwerk stellen. So stritten sich nun die Beiden, ob für die massenhafte Nutzung Wechselstrom oder Gleichstrom besser geeignet wäre. Obwohl Edison wichtige Patente besaß, die zur Etablierung des Industriestandards hilfreich waren, bietet Wechselstrom einfach zu viele Vorteile. Man braucht nur ein Kabel und er lässt sich leichter transformieren. Leichtes transformieren ist wichtig, da große Strommengen mit hohen Spannungen verlustfreier transportiert werden können. Stromübertragung per Wechselspannung hat aber auch Nachteile. So fängt das Netz über lange Strecken an zu Schwingen und es entsteht eine Phasenverschiebung. Auch steigt die Koronaentladung ab einer bestimmten Menge überproportional an, wodurch bei der Übertragung von großen Strommengen eine Barriere errichtet wird. Genau da kommt eine Kombination zum Einsatz. Für lange Strecken (z.B von Festland nach Helgoland) nutzt man vor allem die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung. Damit könnte man auch Strom von Berlin nach München transportieren. * Hier hat der Autor ein wenig geflunkert.

Kommentieren


Bloggeramt.de